Münchens erstes gemeinsames Energieprojekt spart Mieterkosten und CO₂ ein
Mariechen Grein GrothMünchens erstes gemeinsames Energieprojekt spart Mieterkosten und CO₂ ein
Gemeinsame Energieversorgung in Münchner Gebäude fertiggestellt
Am Schatzbogen 88 in München ist eine gemeinsame Energieversorgungsanlage für ein Mehrparteiengebäude in Betrieb gegangen. Damit wird erstmals das Modell umgesetzt, das in Paragraf 42b des deutschen Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) vorgesehen ist. Das Projekt soll die Betriebskosten senken und die Energieeffizienz für die Mieter des Gebäudes verbessern.
Entwickelt wurde das System von Solation, einem Münchner Start-up, das sich auf gemeinsame Energielösungen für Mehrparteiengebäude spezialisiert hat. Als Partner waren M-Quadrat, Countrol und Consolinno Energy beteiligt, unterstützt wurde das Vorhaben von den Stadtwerken München (SWM). Die Installation erfolgte am vergangenen Wochenende – ohne dass Änderungen an den bestehenden Zählerschränken nötig waren.
Strom wird durch eine 64-Kilowatt-Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt. Intelligente Messsysteme (iMSys) sorgen für eine bedarfsgerechte Verteilung; schätzungsweise 72 Prozent des Solarstroms werden direkt vor Ort verbraucht. Versorgt werden acht Mieter, darunter Büros, Logistikflächen und Gewerbeeinheiten. Eventuell verbleibender Energiebedarf wird über die individuellen Versorger der Mieter gedeckt.
Durch das Projekt sollen sich die jährlichen Betriebskosten um 2,80 Euro pro Quadratmeter verringern. Es zeigt eine praktische Anwendung der aktualisierten deutschen Energieregeln auf. Die Mieter profitieren von geringeren Kosten und einer nachhaltigeren Energieversorgung.
