18 March 2026, 08:24

Münchens Olympia-Bewerbung 2036: Nachhaltigkeit oder demokratische Zweifel?

Luftaufnahme des Olympiastadions in München, Deutschland, umgeben von Stadtgebäuden, Bäumen, Straßen, Fahrzeugen und Gras.

Münchens Olympia-Bewerbung 2036: Nachhaltigkeit oder demokratische Zweifel?

München bewirbt sich um die Austragung der Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 – gemeinsam mit Berlin, Hamburg und der Rhein-Ruhr-Region. Die Bewerbung der Stadt sticht durch ihren Fokus auf Nachhaltigkeit hervor: Statt neuer Sportstätten soll die bestehende Infrastruktur der Spiele von 1972 genutzt werden. Ein kürzlich durchgeführter Bürgerentscheid zeigte eine deutliche Zustimmung: 66,4 Prozent der Wähler unterstützten das Vorhaben.

Am 26. Oktober steht nun eine weitere Abstimmung an, die darüber entscheidet, ob München die Bewerbung offiziell einreicht. Doch der Prozess steht in der Kritik: Vorwürfe lauten, die Wahlunterlagen seien einseitig zugunsten der Olympischen Spiele gestaltet.

Das Münchner Olympia-Konzept setzt auf ein nachhaltiges Modell mit möglichst wenig Neubauten. Die Verantwortlichen betonen, dass die meisten Wettkampfstätten von 1972 wiederverwendet werden könnten – das spare Kosten und schone die Umwelt. Die Bewerbung wirbt zudem mit Lebensfreude und Miteinander und setzt sich damit bewusst von den umstrittenen Spielen 1936 in Berlin ab.

Ein Flyer mit dem Titel "Olympiabewerbung München – Großes gemeinsam bewegen!" wurde den Abstimmungsunterlagen beigelegt und listet Argumente für die Ausrichtung auf. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP), die die Bewerbung ablehnt, warf der Stadt vor, die Kampagne unlauter zu fördern und Kritik zu unterdrücken. Die Materialien seien zu einseitig und untergrüben die demokratische Debatte.

Die Regierung von Oberbayern prüfte die Beschwerde, fand jedoch keinen Verstoß gegen die Neutralitätspflicht. Eine Überprüfung ergab, dass die Unterlagen den rechtlichen Vorgaben entsprechen – Änderungen wurden nicht verlangt. Die ÖDP verurteilte die Entscheidung als "Schlag ins Gesicht der Demokratie" und bemängelte, das Verfahren sei nicht fair ablaufen.

Während Hamburg mit dem Konzept einer "Olympia der kurzen Wege" auf temporäre Bauten setzt und Berlin historische Sensibilitäten berücksichtigen muss, vertraut München auf sein bestehendes Erbe. Die Rhein-Ruhr-Region hat bisher lediglich eine kurze Umfrage durchgeführt, aber keinen vollständigen Bürgerentscheid. Die 66,4-prozentige Zustimmung in München deutet auf breite Unterstützung hin – doch die Kritik verstummt nicht vor der entscheidenden Abstimmung am 26. Oktober.

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Das Ergebnis der Wahl wird zeigen, ob München seine Bewerbung weiterverfolgt. Bei Erfolg könnte das Modell der Wiederverwendung bestehender Anlagen Maßstäbe für künftige Spiele setzen. Der Streit um die Wahlunterlagen macht jedoch deutlich, wie angespannt das Verhältnis zwischen Befürwortern und Gegnern des Projekts bleibt.

Quelle