19 March 2026, 10:42

Münchens Zukunft steht zur Wahl: Reiter oder Krause als Oberbürgermeister?

Schwarz-weißes Foto einer belebten Münchner Stadtstraße mit Fußgängern, Fahrzeugen und Fenstern an den Gebäuden, Bäumen im Hintergrund und Text unten.

Münchens Zukunft steht zur Wahl: Reiter oder Krause als Oberbürgermeister?

Münchens Oberbürgermeister-Stichwahl findet diesen Sonntag statt

Am kommenden Sonntag, dem 22. März, entscheidet sich in München die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters. Amtsinhaber Dieter Reiter erhielt im ersten Wahlgang 35,6 Prozent der Stimmen, während Herausforderer Dominik Krause mit 29,5 Prozent folgte. Nun treten die beiden Kandidaten in zentralen Themen wie Wohnungsbau, Verkehr und der künftigen Ausrichtung der Stadt gegeneinander an.

Ihre Visionen für München könnten unterschiedlicher nicht sein. Reiter setzt auf ausgewogenes Wachstum und die Bewahrung von Traditionen, während Krause einen rascheren Wandel fordert – mit strengeren Autobeschränkungen und groß angelegten Wohnungsreformen.

Am deutlichsten prallen ihre Positionen im Wohnungsbau aufeinander. Krause will Münchens Wohnungsnot bekämpfen, indem er 1,8 Millionen Quadratmeter leerstehende Büros in bezahlbaren Wohnraum für Studierende und Auszubildende umwandelt. Geplant sind eine Mietobergrenze von 450 Euro monatlich sowie eine neue Behörde zur Steuerung der Umbauten. Zudem soll eine Beratungsstelle gegen überhöhte Mietpreise eingerichtet werden. Unklar bleibt jedoch, wie viele Wohnungen in den nächsten fünf Jahren tatsächlich entstehen könnten und ob Kommunen und Investoren bereits eingebunden wurden.

Reiter zeigt sich zurückhaltend bei Büroumwandlungen. Stattdessen bevorzugt er ein Bündel an Maßnahmen, um das Wohnungsangebot zu erhöhen. Konkrete Mietobergrenzen oder eine eigene Behörde lehnt er ab, doch auch er betont, dass München dringend mehr Wohnraum braucht.

Im Verkehrsbereich befürworten beide den Ausbau des ÖPNV und der Radinfrastruktur. Krause geht jedoch weiter: Innerhalb von fünf bis zehn Jahren sollen seinem Plan zufolge nur noch Elektroautos innerhalb des Mittleren Rings fahren dürfen. Reiter hingegen pocht darauf, die Interessen von Radfahrern, Fußgängern, Autofahrern und älteren Bürgern gleichermaßen zu berücksichtigen.

Uneinig sind sich die Kandidaten auch beim Münchner Stadtentwicklungsmaßnahme (SEM). Krause unterstützt das Instrument als Mittel, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und Bodenspekulation einzudämmen. Reiter hingegen bezeichnet das SEM als gescheitert – einen Alternativvorschlag hat er nicht vorgelegt.

Weitere Streitpunkte sind die IAA-Pkw, die Internationale Automobil-Ausstellung. Reiter spricht sich dafür aus, die Messe in München zu behalten, inklusive der Nutzung öffentlicher Flächen. Krause will die Veranstaltung reformieren und von öffentlichen Plätzen verbannen. Beim Oktoberfest zeigt sich Reiter neutral gegenüber der Aufnahme der Giesinger Brauerei als siebtes Bier, während Krause der Idee offen gegenübersteht.

Einig sind sich beide darin, dass München die Wohnungsnot lösen muss. Doch die Wege dorthin könnten unterschiedlicher nicht sein: zwischen schnellen Umbauten und behutsamer Entwicklung. Die Wähler haben damit eine klare Entscheidung zu treffen.

Die Stichwahl wird zeigen, ob München unter Reiters Führung weiterregiert wird oder ob Krauses reformfreudiger Kurs die Oberhand gewinnt. Der Sieger wird die Weichen für Wohnungsbau, Verkehr und Stadtentwicklung in den kommenden Jahren stellen. Die Münchner sind am Sonntag aufgerufen, über ihren nächsten Oberbürgermeister abzustimmen.

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