Norwegens Biathlon-Stars fliegen per Helikopter zum Festival – und ernten Kritik
Mariechen Grein GrothNorwegens Biathlon-Stars fliegen per Helikopter zum Festival – und ernten Kritik
Norwegens Biathlon-Spitzenmannschaft in der Kritik nach Helikopterflug zum Münchner LOOP ONE Festival
Norwegens führende Biathlet:innen stehen in der Kritik, nachdem sie per Helikopter von ihrem italienischen Trainingslager zum LOOP ONE Festival nach München geflogen sind. Die Reise, die Trainingsausfälle minimieren sollte, löste eine Debatte über die ökologische Verantwortung im Spitzensport aus. Besonders scharf äußerte sich die Grünen-Politikerin Frøya Sjursæther, die die Prioritäten des Teams infrage stellte.
Die norwegischen Biathlon-Stars, darunter der Gesamt-Weltcup-Sieger Sturla Holm Lægreid, verließen ihr Höhenlager in Italien für den Abstecher zum Festival. Ein Helikopter brachte sie direkt nach München, um möglichst wenig Vorbereitungszeit zu verlieren. Lægreid entschärfte später mit einem Scherz über den Besuch des Medien-Teams von TV2 in ihrem italienischen Stützpunkt die angespannte Stimmung um die Kontroverse.
Teammanager Per Arne Botnan verteidigte die Entscheidung und betonte, dass der Spitzensport manchmal solche Kompromisse erfordere. Er verwies auf die umfassenden Klimabemühungen des Norwegischen Biathlon-Verbands in dieser Saison. Botnan räumte ein, dass in diesem Fall die sportlichen Verpflichtungen Vorrang vor ökologischen Bedenken gehabt hätten.
Sjursæther hingegen verurteilte den Helikopterflug als kurzsichtig. Die Reise untergrabe ihrer Meinung nach die Zukunft des Wintersports, der auf stabile Klimabedingungen angewiesen sei. Auch Lægreid selbst erkannte den Konflikt zwischen Leistungssport und gesellschaftlicher Verantwortung an – und gab zu, dass beides nicht immer Hand in Hand gehe.
Das Festival in München verlief zwar erfolgreich, doch die Art der Anreise des Teams hinterließ Spuren. Nun sehen sich die Verantwortlichen mit Fragen konfrontiert, wie sich Spitzenleistungen und Nachhaltigkeit in Einklang bringen lassen. Der Vorfall rückt Norwegens Biathlon-Programm in ein kritisches Licht – und das kurz vor den nächsten großen Wettbewerben.






