P-Konto als Rettungsanker: Warum viele Betroffene trotzdem kein Geld abheben können
Hermann KreuselP-Konto als Rettungsanker: Warum viele Betroffene trotzdem kein Geld abheben können
Deutschland verzeichnet monatlich zwischen 300.000 und 350.000 Kontopfändungen. Viele Betroffene sind auf ein Pfändungsschutzkonto, auch P-Konto genannt, angewiesen, um ihre grundlegenden finanziellen Mittel abzusichern. Doch selbst diese Konten können Probleme bereiten – etwa wenn Kartenzahlungen abgelehnt oder Bargeldabhebungen am Automaten trotz vorhandenen Guthabens scheitern.
Jeder Girokontoinhaber in Deutschland hat das Recht, sein Konto in ein P-Konto umwandeln zu lassen – selbst bei einem bestehenden Dispo. Der geschützte Status sichert einen Freibetrag von 1.560 Euro pro Monat, der unter bestimmten Voraussetzungen erhöht werden kann. Doch der Prozess verläuft nicht immer reibungslos, wie die Schuldner- und Insolvenzberatung der Diakonie Fürth berichtet.
Ein zentrales Problem stellen Gemeinschaftskonten dar, die sich nicht ohne Weiteres in ein P-Konto umwandeln lassen. Das führt zu Schwierigkeiten, wenn nur ein Partner verschuldet ist. Zudem darf die Einrichtung eines P-Kontos bestehende Vertragsbedingungen – wie Gebühren oder Einschränkungen bei der Debitkarte – nicht verändern.
Nutzer eines P-Kontos müssen ihre Zahlungen sorgfältig steuern, um die Deckung der Lebenshaltungskosten zu gewährleisten. Gleichzeitig sollten sie vermeiden, geschützte Gelder für Schuldenrückzahlungen zu verwenden. Diese Herausforderungen stehen im Fokus der Aktionswoche Schuldnerberatung, die vom 15. bis 19. Juni unter dem Motto „Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P-Konto zum Problemkonto wird“ stattfindet.
Die Diakonie Fürth bietet Betroffenen kostenlose und anonyme Beratung bei Pfändungen und Problemen mit dem P-Konto an. P-Konten sollen zwar existenzsichernde Mittel schützen, doch praktische Hürden können den Zugang zum Geld erschweren. Kostenlose Beratungsstellen helfen, sich in den rechtlichen Schutzmechanismen und ihren Grenzen zurechtzufinden.






