25 March 2026, 14:27

Podcast-Werbung in der Kritik: Werbestrategien ohne klare Regeln

Alte Zeitungsseite mit mehreren Anzeigen mit Text und Bildern.

Podcast-Werbung in der Kritik: Werbestrategien ohne klare Regeln

Eine Debatte über Werbung in Podcasts ist entbrannt, nachdem der Journalist Gábor Steingart Medienvertreter dafür kritisiert hatte, Werbespots vorzulesen, ohne diese deutlich als solche zu kennzeichnen. Seine Äußerungen richteten sich insbesondere gegen den OMR-Podcast von Philipp Westermeyer und lösten Reaktionen aus der Branche aus. Der Streit wirft zudem Fragen zur Selbstregulierung der deutschen Medienlandschaft auf – immerhin hält sich Steingarts eigenes Medium, The Pioneer, nicht an die freiwilligen Richtlinien des Presserats.

In seinem Morning Briefing-Podcast prangerte Steingart an, was er als unethische Werbepraktiken betrachtet. Er spielte Audioausschnitte von Journalisten und Moderatoren ab, die Produkte bewarben, und argumentierte, dass solche Inhalte gegen den Deutschen Pressekodex verstoßen. Seine Kritik galt vor allem dem OMR-Podcast, wo Werbung seiner Ansicht nach nicht klar vom redaktionellen Inhalt getrennt werde.

Als Reaktion verteidigte Dagmar Rosenfeld die von Moderatoren eingesprochenen Werbespots als gängige Praxis in internationalen Medien. Steingarts Haltung sei zu streng und ignoriere branchenübliche Standards, so ihr Vorwurf. Gleichzeitig bestätigte der Deutsche Presserat, dass er bisher noch nie Beschwerden über Podcast-Werbung geprüft habe – die Angelegenheit bewegt sich damit in einer regulatorischen Grauzone.

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Steingart lud später Journalisten, die seiner Meinung widersprachen, zu einer öffentlichen Diskussion ein. Doch sein eigenes Medium, The Pioneer, beteiligt sich nicht am Selbstregulierungssystem des Presserats. Dieser Umstand fügte der Debatte eine weitere Ebene hinzu, da Kritiker infrage stellten, wie viel Gewicht seine Vorwürfe haben, wenn er sich selbst nicht an dieselben Standards hält.

Der Streit offenbart Lücken in der Aufsicht über Podcast-Werbung in Deutschland. Zwar zielte Steingarts Kritik auf mehr Transparenz ab, doch mangels formaler Beschwerden oder klarer Vorschriften bleibt die Frage ungeklärt. Vorerst agiert die Branche weiter ohne konkrete Leitlinien, wie Werbung in Audioformaten kenntlich zu machen ist.

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