04 April 2026, 14:29

"Press Play" startet mit Özdemir und Klamroth – Politik trifft Reality-TV

Deutsches Propagandaplakat für die NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa und Text.

"Press Play" startet mit Özdemir und Klamroth – Politik trifft Reality-TV

Die erste Folge der neuen ARD-Serie Press Play ist auf Sendung gegangen – mit Moderator Louis Klamroth und dem Grünen-Politiker Cem Özdemir. Die beiden setzten sich gemeinsam vor den Fernseher, um über Fernsehformate zu sprechen und dabei Politik mit Popkultur zu verbinden. Die Premiere im frühen Jahr 2026 stieß bei jüngeren Zuschauerinnen und Zuschauern auf gemischte, aber lebhafte Reaktionen.

Press Play startete mit einer Einführung Klamroths in die Welt des Reality-TV, ein Genre, das Özdemir – wie er selbst einräumte – kaum kennt. Der für seinen direkten Stil bekannte Politiker gestand offen, dass er generell wenig Zeit und Interesse für Fernsehen habe.

In der Sendung kritisierte Özdemir Aktivistinnen und Aktivisten, die das ARD-Sommerinterview mit Alice Weidel unterbrochen hatten, und bezeichnete die Störungen als kontraproduktiv. Gleichzeitig warnte er davor, nach Wahlen eine entschuldigende Rhetorik zu wählen, da dies ungewollt die rechtspopulistische AfD stärken könnte. Mit einem Vergleich zwischen AfD-Abgeordneten im Bundestag und Reality-TV-Stars deutete er an, dass deren Auftreten an die inszenierte Dramatik von Unterhaltungssendungen erinnere.

Statt sich auf Einzelpersonen zu konzentrieren, sprach Özdemir lieber über die politische Kultur im Allgemeinen. Er bezog sich dabei auf einen namentlich nicht genannten bayerischen Ministerpräsidenten, dessen Handeln er als feindselig gegenüber demokratischen Parteien beschrieb. Die Diskussion spiegelte seine Präferenz wider, strukturelle Probleme anzusprechen, statt persönliche Angriffe zu führen.

Die Serie selbst verzeichnet seit ihrem Start schwankende Zuschauerzahlen. Der anfängliche Hype auf TikTok und Instagram trieb die Streaming-Zahlen in der ersten Woche auf 1,2 Millionen, doch bis zur vierten Woche sanken sie auf 650.000. Während einige Klamroths Charme und das moderne Format lobten, kritisierten Medien wie die taz und die FAZ das Konzept als austauschbar – und entfachten damit erneut die Debatte über die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bei der Ansprache junger Zielgruppen.

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Der Auftakt von Press Play verband Politik und Unterhaltung, wobei Özdemir mit scharfsinnigen Kommentaren zu Medien und Demokratie glänzte. Der frühe Erfolg in sozialen Netzwerken deutet darauf hin, dass die Sendung bei jüngeren Menschen ankommt – doch ob sie langfristig überzeugt, bleibt abzuwarten. Angesichts der anhaltenden Diskussionen über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird die Serie weiterhin sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich ihrer Reichweite genau beobachtet werden.

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