Regionalverkehr vor dem Kollaps: 14 Milliarden Euro fehlen bis 2031
Cathrin BlümelRegionalverkehr vor dem Kollaps: 14 Milliarden Euro fehlen bis 2031
Regionalverkehr in Deutschland steht vor Finanzkollaps – massenhafte Streichungen drohen
Die regionalen Verkehrsleistungen in Deutschland steuern auf eine Finanzkrise zu, die zu flächendeckenden Streichungen führen könnte. Die 16 Bundesländer warnen, dass explodierende Kosten und steigende Trassenpreise die bestehenden Haushalte an ihre Grenzen bringen. Ohne schnelles Handeln könnten Bus- und Bahnnetze bis 2031 drastisch ausgedünnt werden.
Ursache ist eine wachsende Finanzlücke. Aktuell erhalten die Länder jährlich rund 12 Milliarden Euro an Bundesmitteln aus dem Regionalisierungsgesetz, mit einer festen jährlichen Steigerung von 3 Prozent. Doch ein aktuelles Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu Trassengebühren in Kombination mit der Inflation hat die Ausgaben stark in die Höhe getrieben. Bis 2031 benötigen die Verkehrsverbünde zusätzliche 14 Milliarden Euro allein, um das heutige Angebot aufrechtzuerhalten.
Auf der Verkehrsministerkonferenz (VMK) in Lindau am 25. und 26. März 2026 schlossen sich die Verkehrsminister der Länder zusammen und forderten mehr Unterstützung vom Bund. Bayerns Minister Christian Bernreiter leitete die Konferenz, auf der alle 16 Länder eine dauerhafte Aufstockung der Regionalisierungsmittel verlangten. Baden-Württemberg ging noch weiter und schlug vor, die Zuschüsse zu verdoppeln, ein landesweites Sozialticket einzuführen und den Takt auf 30-Minuten-Intervalle auszuweiten.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hingegen vermied konkrete Zusagen für neue Finanzhilfen. Er argumentierte, der Antrag komme zu spät für kurzfristige Entscheidungen – die Länder blieben damit ohne klare Perspektive.
Die Warnung der Bundesländer ist eindeutig: Fehlen bis 2031 die zusätzlichen 14 Milliarden Euro, müssen Zug- und Busverbindungen gestrichen werden. Die Bundesregierung gerät nun unter Druck, zu handeln, bevor es zu unvermeidlichen Kürzungen kommt. Die Verkehrsverbünde bestehen darauf, dass das Geld über höhere Regionalisierungsmittel kommen muss, um Millionen Fahrgäste vor Einschränkungen zu bewahren.






