27 April 2026, 10:30

Rekordzahl bei Kriegsdienstverweigerungen – doch viele ziehen ihre Entscheidung zurück

Gruppe von Männern in Militäruniformen marschiert auf einer Straße, einer hält einen Stock in der Hand, mit dem Text 'Ergänzender Militärdienst, Ausmarsch für Zwanzig-Tage-Vergnügen' unten.

Rekordzahl bei Kriegsdienstverweigerungen – doch viele ziehen ihre Entscheidung zurück

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die ihren Status als Kriegsdienstverweigerer zurückziehen, ist stark angestiegen. Im Jahr 2025 widerriefen 781 Personen ihre Weigerung, Waffen zu tragen, und in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 taten dies bereits weitere 233. Gleichzeitig haben die Anträge auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer deutlich zugenommen und erreichen damit ein Niveau, wie es seit der Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 nicht mehr verzeichnet wurde.

Die Wehrpflicht in Deutschland ruht seit 2011; eine allgemeine Dienstpflicht würde nur im Falle eines nationalen Verteidigungsnotstands wieder eingeführt. Dennoch bleibt das Recht bestehen, den Militärdienst aus Gewissensgründen zu verweigern. Wer dies beantragen möchte, muss seinen Antrag über die Karrierecenter der Bundeswehr einreichen, die ihn dann an das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) weiterleiten.

Im Jahr 2023 beantragten 1.079 Menschen, den Wehrdienst mit der Waffe zu verweigern. Bis 2025 stieg diese Zahl auf 3.879 an. Der Aufwärtstrend setzte sich 2026 fort: Allein im ersten Quartal wurden 2.656 Anträge gestellt – mehr als im gesamten Jahr 2024. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte 2026 das Jahr mit den meisten Anträgen auf Kriegsdienstverweigerung seit der Aussetzung der Wehrpflicht werden.

Gleichzeitig entscheiden sich immer mehr Menschen, ihre frühere Weigerung rückgängig zu machen. Nach 781 Rücknahmen im Jahr 2025 zogen im ersten Quartal 2026 bereits 233 Personen ihren Verweigerungsstatus zurück.

Der Anstieg sowohl bei den Anträgen als auch bei den Rücknahmen spiegelt eine veränderte Haltung gegenüber dem Militärdienst wider. Falls sich die aktuellen Entwicklungen fortsetzen, könnte 2026 das geschäftigste Jahr für Verfahren zur Kriegsdienstverweigerung seit über einem Jahrzehnt werden. Bundeswehr und BAFzA bearbeiten die Anträge weiterhin nach den geltenden rechtlichen Vorgaben.

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