Revolutionäres StrokeCap: Schlaganfalldiagnose im Rettungswagen wird Realität
Hermann KreuselRevolutionäres StrokeCap: Schlaganfalldiagnose im Rettungswagen wird Realität
Ein tragbares Gerät zur Schlaganfalldiagnose hat in diesem Jahr den Medical Valley Award gewonnen. StrokeCap, entwickelt von Forschenden aus Würzburg, verspricht schnellere Behandlungen, indem es Echtzeit-Hirnscans in Rettungswagen ermöglicht. Hinter der Innovation steht ein Team aus Ärztinnen, Ärzten und Wissenschaftlern der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und des Universitätsklinikums Würzburg.
Die Idee zu StrokeCap entstand durch PD Dr. Stefan Herz und Dr. Patrick Vogel, die an MPI-basierten Tomographen arbeiteten. Sie entwickelten ein System, das injizierbare magnetische Nanopartikel nutzt. Diese Partikel ermöglichen es medizinischem Personal, die Hirndurchblutung sofort sichtbar zu machen – selbst außerhalb eines Krankenhauses.
Im Gegensatz zu herkömmlichen CT- oder MRT-Geräten ist StrokeCap kompakt, leicht und voll mobil. Sein entscheidender Vorteil liegt in der frühzeitigen Diagnose: Rettungskräfte können Schlaganfälle direkt vor Ort erkennen und wertvolle Zeit sparen. Am Projekt beteiligt sind zudem PD Dr. Moriz Herzberg und Prof. Dr. Volker Behr, die zur Verfeinerung der Technologie beigetragen haben.
Das Preisgeld in Höhe von 500.000 Euro fließt in die Entwicklung eines funktionsfähigen Prototyps. Aktuell existiert ein Demonstrationsmodell, doch reale Schlaganfalldaten sollen helfen, das Gerät für den Einsatz am Menschen zu optimieren. Neben der finanziellen Förderung stellt das Medical-Valley-Netzwerk Mentoring zur Verfügung, um die Entwicklung zu beschleunigen.
StrokeCap könnte die Schlaganfallversorgung revolutionieren, indem es fortschrittliche Diagnostik direkt in den Rettungswagen bringt. Mit der Auszeichnung wird sich das Team nun darauf konzentrieren, aus dem Demonstrator ein praxistaugliches Gerät zu machen. Bei Erfolg könnte die Technologie Verzögerungen bei der Schlaganfallbehandlung deutlich verkürzen.






