25 June 2026, 12:20

Spionagevorwürfe erschüttern das CISPA-Forschungszentrum in Saarbrücken

Verdacht auf akademische Spionage

Spionagevorwürfe erschüttern das CISPA-Forschungszentrum in Saarbrücken

Das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken sieht sich Vorwürfen der wissenschaftlichen Spionage zugunsten Chinas ausgesetzt. Die Anschuldigungen folgen einer Untersuchung des Handelsblatts, das Bedenken hinsichtlich der Weitergabe sensibler Daten und Fachkenntnisse an China aufgedeckt hat. Das einst als Aushängeschild der saarländischen Forschung geltende Institut steht nun unter massivem Druck.

CISPA wurde 2011 gegründet und trat 2019 der Helmholtz-Gemeinschaft bei. Lange galt es als führendes Forschungszentrum in seinem Bereich. Bereits als der Skandal bekannt wurde, waren die Pläne für einen Neubau im Wert von 350 Millionen Euro in vollem Gange.

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Die Ermittlungen ergaben, dass in einer Forschungsgruppe 18 der 19 Mitglieder chinesischer Herkunft waren. Eine weitere Gruppe bestand ausschließlich aus Wissenschaftler:innen aus China. Diese Erkenntnisse warfen Fragen nach möglichen Risiken für die Sicherheit der deutschen Forschung auf.

Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger kündigte eine externe Prüfung an, um die Vorwürfe zu untersuchen. Der Institutsdirektor Michael Backes wurde vorläufig von seinen Aufgaben entbunden, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind. Obwohl er Vorwürfe mangelnder Sicherheitsvorkehrungen zurückweist, erklärte er sich mit der Suspendierung einverstanden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das 90 Prozent der CISPA-Finanzierung trägt, will die Ergebnisse der Prüfung abwarten, bevor es zu den Anschuldigungen Stellung nimmt. Die Sonderprüfung wird über das weitere Vorgehen für CISPA und seine Führungsebene entscheiden. Der Ruf des Zentrums sowie die Zukunft seiner Projekte – darunter der geplante 350-Millionen-Euro-Neubau – hängen nun von den Ergebnissen der Untersuchung ab. Die Haltung des Ministeriums bleibt bis zum Abschluss der Ermittlungen offen.

Quelle