25 April 2026, 12:46

Streit um Münchner Hochhaus auf historischem NS-Gelände in Schwabing

Schwarz-weiß-Illustration verschiedener Architekturstile mit beschrifteten Details und begleitendem historischen Text.

Streit um Münchner Hochhaus auf historischem NS-Gelände in Schwabing

Umstrittenes Hochhausprojekt nimmt in Münchens Schwabing Gestalt an

In Münchens Stadtteil Schwabing entsteht ein umstrittenes Hochhausprojekt: Geplant ist ein zwölfstöckiger, geschwungener Turm auf dem Gelände der ehemaligen Lederfabrik Hesselberger – ein Ort mit dunkler jüdischer Vergangenheit. Der Entwurf hat unter Architekten, Politikern und Denkmalschützern eine Debatte ausgelöst.

Das Areal, einst Standort der Lederfabrik Hesselberger, birgt schmerzhafte Erinnerungen. In der NS-Zeit diente es als "Ausbildungsstätte für jüdische Jugend". Ilse Hesselberger, die damalige Besitzerin, wurde 1941 deportiert und in Polen ermordet. Nun steht eine Neugestaltung des Geländes bevor.

Das Architekturbüro OSA hat einen zwölfgeschossigen, geschwungenen Hochhausentwurf für das Dach der Fabrik entwickelt. Die Pläne sehen zudem einen Kindergarten im Untergeschoss und ein Fitnesscenter in den oberen Etagen vor. Die Architekturprofessorin Elisabeth Endres kritisierte diese Aufteilung als unpraktisch.

In unmittelbarer Nähe sind zwei weitere Gebäude geplant: ein Hotel und ein Boardinghouse neben dem ehemaligen Siemens-Hochhaus in Obersendling. Das Projekt zielt darauf ab, einen lebendigen Platz mit Wasserbecken zu schaffen, der ein Café, Gastronomie und Abendeinrichtungen für Entspannung bietet.

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Während lokale Politiker aus Schwabing-Freimann das Hochhaus befürworten, lehnen Denkmalschutzverbände es ab. Die Münchner Kommission für Stadtgestaltung und der Bezirksausschuss erkennen jedoch das Potenzial des Standorts. Die Baureferentin Elisabeth Merk wird nun mit der Israelitischen Kultusgemeinde, politischen Vertretern und Denkmalschutzexperten beraten, um über die Zukunft des Projekts zu entscheiden.

Unterdessen werden Apple-Mitarbeiter einen schmalen Durchgang an der Nymphenburger Straße nutzen, um von der U-Bahn-Station Stiglmaierplatz aus ihren künftigen Campus zu erreichen.

Die nächsten Schritte des Projekts hängen von Gesprächen mit Denkmalschützern und politischen Entscheidungsträgern ab. Bei einer Genehmigung werden das Hochhaus und die umliegenden Gebäude das Viertel prägen – eine Mischung aus moderner Entwicklung und historischem Erbe. Die Entscheidung wird zeigen, wie München Fortschritt und Erinnerung in Einklang bringt.

Quelle