Studie warnt: Deutschland braucht fünfmal mehr Wasserstoff-Kraftwerke für Klimaziele
Mariechen Grein GrothStudie warnt: Deutschland braucht fünfmal mehr Wasserstoff-Kraftwerke für Klimaziele
Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass Deutschland seine wasserstofftauglichen Gaskraftwerke deutlich ausbauen muss, um die Klimaneutralitätsziele zu erreichen. Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) warnen, dass die aktuellen Regierungspläne hinter der benötigten Kapazität von 53 Gigawatt (GW) zurückbleiben. Ihre Ergebnisse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Applied Energy, skizzieren die finanziellen und technischen Schritte, die bis 2050 für ein saubereres Energiesystem notwendig sind.
Die FAU-Studie mit dem Titel Wasserstofffähige Kraftwerke: Optimale Wege zu einem dekabonisierten Energiesystem in Deutschland zeigt, dass mindestens 53 GW an wasserstofffähigen Gaskraftwerken unerlässlich sind. Diese Anlagen würden zunächst mit Erdgas betrieben, bevor sie vollständig auf Wasserstoff umstellen. Ohne diese Umstellung drohten der Studie zufolge höhere Kosten und mögliche Risiken für die Versorgungssicherheit.
Die bisherige Strategie der Bundesregierung sieht jedoch nur 12 GW wasserstofftaugliche Kapazität bis 2031 vor, zusätzlich zu 25 GW, die bis 2030 geplant sind. Die Studie macht eine deutliche Lücke zwischen wissenschaftlichen Empfehlungen und der aktuellen Politik deutlich. Zudem schätzen die Forscher, dass die Transformation des Energiesystems bis 2050 mindestens 324 Milliarden Euro kosten wird.
Um den Fortschritt zu beschleunigen, schlagen die Wissenschaftler einen hohen CO₂-Preis vor. Dieser würde fossile Brennstoffe schneller vom Markt verdrängen und Investitionen in wasserstofffähige Infrastrukturen fördern. Langfristig, so ihr Argument, würden dadurch die Emissionen sinken und die Systemkosten reduziert.
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit größerer Investitionen in flexible, wasserstofftaugliche Kraftwerke. Ohne einen Kapazitätsausbau über die aktuellen Pläne hinaus riskiert Deutschland, seine Dekarbonisierungsziele zu verfehlen. Die Kostenprognosen und technischen Empfehlungen der Studie sollen Entscheidungsträgern den Weg zu einer sicheren und nachhaltigen Energiezukunft weisen.






