TV-Duell in München: Reiter und Krause liefern sich Wortgefecht um Wohnungen und Verkehr
Hermann KreuselOB Reiter wird nicht Zweiter Bürgermeister - TV-Duell in München: Reiter und Krause liefern sich Wortgefecht um Wohnungen und Verkehr
Münchens Oberbürgermeister-Wahl rückte gestern Abend in den Fokus, als Amtsinhaber Dieter Reiter und Herausforderer Dominik Krause in einer TV-Debatte aufeinandertrafen. Beide Kandidaten pflegten einen respektvollen Ton und fanden in mehreren Punkten gemeinsame Positionen. Doch vor allem in der Wohnungsbaupolitik und bei Verkehrsmaßnahmen für den stark befahrenen Mittleren Ring zeigten sich deutliche Unterschiede.
Reiter, der eine dritte Amtszeit als Oberbürgermeister anstrebt, betonte, er werde das Wählervotum akzeptieren – selbst wenn es einen jüngeren Anführer begünstige. Eine Rolle als Stellvertreter unter Krause schloss er im Falle einer Niederlage jedoch aus. Zudem zweifelte er die Umsetzbarkeit von Krauses Versprechen an, 50.000 bezahlbare Wohnungen zu schaffen, unter anderem durch die Umnutzung leerstehender Büroräume.
Krause hingegen ließ offen, ob er im Falle eines Siegs Reiters als dessen Stellvertreter im Amt bleiben würde. Die Zusammenarbeit zwischen beiden bezeichnete er als "respektvoll und konstruktiv". Der Herausforderer kündigte an, bei einem Wahlsieg zunächst mit Reiters SPD über eine Verlängerung der bestehenden Rathauskoalition zu verhandeln.
Besonders kontrovers diskutiert wurde die Verkehrspolitik: Krause setzt sich für ein Tempo-30-Limit auf dem Mittleren Ring ein, während Reiter diese Maßnahme nicht unterstützt. Unterdessen hat die Münchner CSU-Führung Reiter ihre Unterstützung ausgesprochen und seinen "Pragmatismus" in zentralen Fragen gelobt.
Die Wahl wird nun entscheiden, ob Reiter eine weitere Amtszeit erhält oder Krause das Ruder übernimmt. Ein Führungswechsel könnte Auswirkungen auf Wohnungsbauziele und Verkehrsregeln haben. Beide Kandidaten signalisierten zwar Kooperationsbereitschaft – Reiter zog jedoch eine klare Grenze, was eine Tätigkeit unter seinem Konkurrenten angeht.