Warum Deutsche trotz Klimadebatte am Auto festhalten wollen
Eine neue Umfrage zeigt: Die meisten Deutschen bevorzugen nach wie vor das Auto gegenüber umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln. Trotz wachsender Forderungen nach nachhaltiger Mobilität würde nur ein kleiner Teil der Befragten auf ihr Fahrzeug verzichten. Zwar stießen Elektroautos auf etwas mehr Zuspruch, doch bei der Einstellung zu ihnen zeigten sich regionale Unterschiede.
Laut der Erhebung sind 70 Prozent der Meinung, dass Autos – einschließlich elektrischer Modelle – ihren Reisebedürfnissen am besten entsprechen. Nur 16 Prozent nannten Züge als ihr bevorzugtes Verkehrsmittel, während Busse, S-Bahnen und Straßenbahnen jeweils nur auf 12 Prozent Zustimmung kamen. Zu Fuß gehen und Radfahren schnitten deutlich besser ab: 32 Prozent würden am liebsten das Fahrrad nutzen, 29 Prozent den Fußweg.
Ein zentrales Thema bleibt die Bezahlbarkeit – 49 Prozent betonten, dass Mobilität für alle Einkommensgruppen zugänglich sein sollte. Weitere 37 Prozent forderten generell niedrigere Verkehrskosten. Umweltziele rangierten hingegen weiter hinten: Nur 26 Prozent sahen die Vermeidung von Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor als Priorität.
Die Haltung zu Elektrofahrzeugen fällt je nach Region unterschiedlich aus. In Berlin gaben 28 Prozent der Befragten an, künftig nur noch Elektroautos kaufen zu wollen. In den ostdeutschen Bundesländern zeigte sich dagegen weniger Begeisterung – hier lag die Bereitschaft, ausschließlich auf E-Autos zu setzen, unter dem Bundesschnitt.
Die Ergebnisse unterstreichen die anhaltende Abhängigkeit vom Individualverkehr, auch wenn nachhaltige Alternativen langsam an Boden gewinnen. Zwar bleiben Radfahren und Zu-Fuß-Gehen beliebt, Züge und öffentlicher Nahverkehr hinken in der Beliebtheit jedoch hinterher. Zudem prägen regionale Unterschiede die Einstellung der Deutschen zum Umstieg auf Elektromobilität.






