14 March 2026, 06:53

Warum die Demelspitze seit 2013 für Kletterer tabu bleibt

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Mannes, der einen schneebedeckten Berg erklimmt, mit drei prominenten Gipfeln im Hintergrund und dem Text "Gustav Klimt - Die Drei Gipfel" unten.

Warum die Demelspitze seit 2013 für Kletterer tabu bleibt

Nicht alle Bergspitzen sind für Kletterer zugänglich – selbst in gut erschlossenen Gebirgszügen wie den Alpen. Manche Gipfel bleiben aus Sicherheitsgründen gesperrt, andere sind aus kulturellen oder religiösen Gründen geschützt. Ein markantes Beispiel ist die Demelspitze im deutschen Karwendelgebirge, für die seit über einem Jahrzehnt ein Kletterverbot gilt.

Die Demelspitze war einst ein beliebtes Kletterziel. Doch 2013 zeigten geologische Untersuchungen schwere Instabilitäten in der Gipfelstruktur auf. Die Behörden reagierten mit einer vollständigen Sperrung des Gipfelbereichs und der Südwand – eine Maßnahme, die bis heute besteht.

Das Verbot hat die Natur nicht davon abgehalten, die Landschaft umzugestalten. Durch Steinschläge von der Demelspitze haben sich im nördlichen Wald neue Kletterrouten gebildet. Diese Wege variieren im Schwierigkeitsgrad und sind vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt, was sie an heißen Tagen besonders attraktiv macht. Der steile und lange Zustieg sorgt zudem dafür, dass sie vergleichsweise ruhig bleiben und nicht überlaufen sind.

Anderswo sind Berge wie der Mount Kailash in Tibet oder der Machapuchare in Nepal aus anderen Gründen tabu. Beide gelten als heilig, und aus Respekt vor den lokalen Glaubensvorstellungen ist das Besteigen verboten. In den Alpen führen an anderen Gipfeln temporäre Sperrungen auf Gefahren zurück – etwa am Rubihorn, das im September 2025 wegen Steinschlagrisikos gesperrt wird. Auch der Hochvogel in den Allgäuer Alpen steht unter genauer Beobachtung: Ein 40 Meter langer Riss droht einzustürzen und dabei bis zu 260.000 Kubikmeter Fels zu lösen.

Die Demelspitze zeigt, dass selbst in gut erschlossenen Gebirgen manche Gipfel unerreichbar bleiben – sei es wegen geologischer Risiken, kultureller Rücksichtnahme oder Naturschutz. Die durch Steinschläge entstandenen neuen Routen bieten zwar Alternativen, doch der ursprüngliche Gipfel bleibt aus Sicherheitsgründen gesperrt.

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