24 April 2026, 22:22

Washington wird zum Boulevard: Wie TMZ DC die Politik auf den Kopf stellt

Porträt von George Washington auf Papier mit Text, der nach vorne zeigt und einen ernsten Ausdruck hat, gekleidet mit Anzug und Krawatte.

Washington wird zum Boulevard: Wie TMZ DC die Politik auf den Kopf stellt

Die politische Szene in Washington hat seit der Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus einen neuen, boulevardeskeren Ton angenommen. Die Zustimmungswerte für sowohl den Präsidenten als auch den Kongress sind eingebrochen, während das öffentliche Vertrauen in die Institutionen auf Rekordtiefs gesunken ist. Unterdessen jagt das Promi-Nachrichtenportal TMZ DC nun Abgeordnete mit Kameras – und verschiebt damit die Grenzen der politischen Berichterstattung.

Die Ablehnung des Kongresses in der Bevölkerung liegt bei 86 Prozent und erreicht damit den höchsten Wert, der jemals vom Meinungsforschungsinstitut Gallup gemessen wurde. Allein im April traten drei Abgeordnete wegen Skandale zurück, was das Misstrauen gegenüber der Institution weiter vertiefte. Gleichzeitig billigen nur noch 33 Prozent der erwachsenen US-Bürger Trumps Amtsführung – ein Rückgang um neun Punkte seit Beginn seiner zweiten Amtszeit.

TMZ DC, bekannt für seine aggressive Berichterstattung über Prominente, hat nun Politiker ins Visier genommen. Das Portal veröffentlichte kürzlich ungestellte Aufnahmen von Abgeordneten wie Senator Cory Booker und dem Kongressabgeordneten Robert Garcia während der parlamentarischen Pause. Ein virales Foto von Senator Lindsey Graham, der in Disney World einen Zauberstab hält, sorgte ebenfalls für Schlagzeilen, nachdem TMZ DC es veröffentlicht hatte.

Die Methoden des Portals – darunter die Bezahlung von Informanten und Überraschungsinterviews – stoßen auf Kritik. Ohne offizielle Presseausweise stellen TMZ-DC-Reporter Politiker vor dem Kapitol oder in öffentlichen Gebäuden zur Rede. Während einer Pressekonferenz im Pentagon erwähnte Verteidigungsminister Pete Hegseth sogar ihre Anwesenheit und bezeichnete sie scherzhaft als "die neuen Mitglieder unserer Pressegruppe hier".

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Diese Entwicklung spiegelt wider, wie Trumps Präsidentschaft die Grenzen zwischen Politik und Promikultur zunehmend verwischt. Traditionelle Nachrichtenmedien konkurrieren nun mit boulevardesker Berichterstattung – und verändern damit, wie über Washington berichtet wird.

Der Aufstieg von TMZ DC in der politischen Berichterstattung steht für einen grundlegenderen Wandel darin, wie die Öffentlichkeit Nachrichten über ihre Führungspersönlichkeiten konsumiert. Angesichts historisch niedriger Zustimmungswerte für Trump und den Kongress prägt der konfrontative Stil des Portals die Berichterstattung neu. Abgeordnete sehen sich nun nicht mehr nur mit Kameras von Journalisten konfrontiert, sondern auch mit denen eines Mediums, das eher daran gewöhnt ist, Stars zu jagen als Senatoren.

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