17 April 2026, 10:27

Wie Dresdens Obergraben-Presse die Underground-Kunst revolutionierte

Ein detailliertes Zeichenbild der Schlosshof-Gebäudefassade in Dresden, Deutschland, mit zahlreichen Fenstern und Statuen, auf einem Blatt Papier mit sichtbarem Text.

Wie Dresdens Obergraben-Presse die Underground-Kunst revolutionierte

In den 1970er-Jahren schlossen sich in Dresden Künstler:innen und Drucker:innen zusammen, um etwas Neues zu schaffen. Aus ihrer Zusammenarbeit entstand die Obergraben-Presse – ein Ort, der Druck, Verlagswesen und Ausstellungen vereinte. Gleichzeitig prägten Schlüsselfiguren wie A.R. Penck und Eberhard Göschel die Underground-Kunstszene der Stadt.

Die Geschichte begann mit Jochen Lorenz, einem versierten Drucker, der die Routinearbeit satt hatte. Statt nur Fahrpläne für die Deutsche Reichsbahn zu produzieren, suchte er nach kreativen Herausforderungen. Zur gleichen Zeit besaß Peter Herrmann eine seltene italienische Druckerpresse aus dem Jahr 1908, die Bernhard Theilmann liebevoll wieder instand setzte.

Bis 1971 hatte A.R. Penck die Künstlergruppe Lücke mitgegründet, die radikale Ideen erforschte. Die Gruppe bestand bis 1976, während Penck seine Theorie Vom Untergrund zum Obergrund entwickelte – ein Konzept darüber, wie Kunst aus verborgenen Räumen ins öffentliche Bewusstsein dringt. Im selben Jahr schlossen sich Eberhard Göschel und Peter Herrmann der Arbeitsgruppe des Leonhardi-Museums an und halfen, dessen Ausrichtung mitzugestalten.

1978 bezog Göschel ein größeres Atelier, wodurch eine Dreizimmerwohnung frei wurde. Dieser Raum entwickelte sich zu einem Experimentierfeld und legte den Grundstein für die Dresdner Obergraben-Presse. Das neue Kollektiv fungierte als Künstlervereinigung, Druckwerkstatt, Verlag und Galerie – alles unter einem Dach.

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Die Obergraben-Presse brachte Drucker:innen, Künstler:innen und Denker:innen in einem gemeinsamen kreativen Raum zusammen. Mit restaurierten Maschinen, dem Willen zu kühnen Projekten und einem Netzwerk von Mitstreiter:innen wurde sie zu einem zentralen Akteur des kulturellen Wandels in Dresden. Die Initiative spiegelte auch einen größeren gesellschaftlichen Trend wider: Die Underground-Kunst fand zunehmend ihren Weg in die Öffentlichkeit.

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