Wohngeld-Kürzungen bedrohen über eine Million Haushalte in Deutschland
Mariechen Grein GrothWohngeld-Kürzungen bedrohen über eine Million Haushalte in Deutschland
Die Sparpläne der Bundesregierung stoßen auf scharfe Kritik, insbesondere wegen der geplanten Kürzungen beim Wohngeld. Experten warnen, dass ein Abbau dieser Unterstützung mehr als eine Million Haushalte treffen würde, die bereits mit hohen Lebenshaltungskosten kämpfen. Die Maßnahme löst Befürchtungen über steigende Armutsquoten im ganzen Land aus.
Kritiker betonen, dass das Wohngeld eine lebenswichtige Stütze für Geringverdiener und Rentner sei. Viele in dieser Gruppe geben bereits fast die Hälfte ihres verfügbaren Einkommens allein für Miete aus. Eine Kürzung der Leistungen könnte noch mehr Menschen in die Grundsicherung drängen – und damit mögliche Haushaltseinsparungen zunichtemachen.
Die geplante Streichung von einer Milliarde Euro bei den Bundesmitteln für Wohnbeihilfen würde den Staatshaushalt kaum entlasten. Stattdessen sollte der Fokus auf der Senkung der Mieten liegen, die aufgrund lascher Regulierung und explodierender Immobilienpreise in die Höhe geschossen sind. Gleichzeitig schütten große Wohnungsunternehmen weiterhin bis zu 200 Euro pro Wohnung an Aktionäre aus – teilweise finanziert durch Steuergelder.
Analysten weisen darauf hin, dass die Kürzungen gezielt Bereiche treffen, in denen das Armutsrisiko am höchsten ist. Ohne Wohngeld stünden einkommensschwache Haushalte vor noch größeren finanziellen Belastungen. Der Regierungsplan stößt bei Sozialverbänden und Ökonomen gleichermaßen auf breite Ablehnung.
Eine Reduzierung des Wohngelds würde über eine Million Haushalte einem höheren Risiko für finanzielle Not aussetzen. Die geringe haushaltspolitische Wirkung der Kürzung steht in krassem Gegensatz zu den schweren Folgen für Menschen, die bereits einen großen Teil ihres Einkommens für Miete aufwenden. Fachleute fordern stattdessen, die Mietkosten direkt anzugehen – das wäre eine weitaus wirksamere Lösung.






