Bauwirtschaft 2025: Hoffnungsschimmer trotz schwacher Auftragslage und unsicherer Erholung
Aysel MitschkeBauwirtschaft 2025: Hoffnungsschimmer trotz schwacher Auftragslage und unsicherer Erholung
Deutschlands Bausektor sendet Ende 2025 gemischte Signale
Obwohl die Geschäftserwartungen im Baugewerbe den höchsten Stand seit 2022 erreichten, blieben die Auftragseingänge im August schwach. Branchenvertreter warnen nun, dass eine vollständige Erholung trotz einiger positiver Anzeichen unsicher bleibt.
Der Geschäftsklimaindex für Wohnungsbauunternehmen stieg im Herbst auf den höchsten Wert seit drei Jahren. Die Firmen berichteten von besseren aktuellen Rahmenbedingungen, doch ihre Zukunftsaussichten trübten sich ein, da neue Aufträge weiterhin Mangelware blieben. Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts, verwies auf diese Zweiteilung: Kurzfristig fühlten sich die Unternehmen stabiler, doch die Sorge um die künftige Nachfrage nahm zu.
Die August-Zahlen zeigten einen Rückgang der Wohnungsbauaktivität um 4 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Tim-Oliver Müller vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie erklärte, der leichte Anstieg der Aufträge im Juli habe sich im August bereits wieder verflüchtigt. Klaus Wohlrabe, stellvertretender Leiter des ifo-Zentrums für Makroökonomie, deutete an, der Sektor könnte zwar seinen Tiefpunkt überwunden haben – von einer echten Erholung sei man jedoch noch weit entfernt.
Als zentrales Hindernis nannten Branchenvertreter die Ausschreibungsstopps der Autobahn GmbH im Sommer. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, machte diese Blockade für die ausbleibenden Neuprojekte verantwortlich. Dennoch hielten einige große Infrastrukturvorhaben die Branche über Wasser. Das Bauunternehmen Porr verwies auf die Reaktivierung der Siemensbahn in Berlin und die Sanierung der Donauschleuse Kachlet als entscheidend, um einen noch stärkeren Rückgang der Aufträge zu verhindern.
Die Bauwirtschaft steht nun vor einem labilen Gleichgewicht: Die Stimmung hat sich zwar aufgehellt, doch schwache Auftragsbücher und verzögerte öffentliche Projekte belasten weiterhin das Wachstum. Ohne einen kontinuierlichen Strom neuer Aufträge warnen Experten vor einer langsamen und ungleichmäßigen Erholung.






