Bundesregierung plant Solidaritätsabgabe für Streamingdienste und Sender zur Medienförderung
Aysel MitschkeBundesregierung plant Solidaritätsabgabe für Streamingdienste und Sender zur Medienförderung
Die deutsche Bundesregierung treibt ihre Pläne für eine neue "Plattform-Solidaritätsabgabe" für Streamingdienste und Rundfunkanstalten voran. Kulturminister Wolfram Weimer bezeichnete die Maßnahme als notwendigen Schritt, um die unabhängige Medienförderung zu sichern. Ohne ein solches Vorgehen drohe das bestehende System vollständig zu scheitern, warnte er.
Mit der geplanten Abgabe sollen die deutschen Medien- und Kreativbranchen gestärkt werden, indem Investitionen in lokale Film- und Fernsehproduktionen ausgeweitet werden. Noch werden entscheidende Details ausgearbeitet, um sicherzustellen, dass die Regelung verfassungsrechtlichen, EU-rechtlichen und wirtschaftlichen Anforderungen entspricht. Ziel ist ein System, das rechtssicher, kosteneffizient ist und Produzenten direkt zugutekommt.
Gleichzeitig führt die Regierung Gespräche mit den großen Streamingplattformen und Sendern. Gesucht wird eine freiwillige Vereinbarung, um die Ausgaben für deutsche und europäische Produktionen zu erhöhen. Falls diese Verhandlungen erfolgreich verlaufen, könnte auf neue Gesetzgebung verzichtet werden.
Weimer stellt die Abgabe als strukturelle Antwort auf technologische Veränderungen dar – insbesondere auf den Aufstieg von KI in Suchmaschinen und Content-Plattformen. Er betont, dass es sich nicht um eine Strafe handele, sondern um ein regulatives Instrument, um die Zukunft unabhängiger Medien zu sichern. Im Mittelpunkt des Abgabenmodells steht die Stärkung Deutschlands und Europas als zentrale Produktionsstandorte für Filme und Serien. Scheitern die freiwilligen Zusagen, treten verbindliche Regeln an ihre Stelle. Das Ergebnis wird maßgeblich bestimmen, wie Streaming-Riesen in den kommenden Jahren zur Kreativwirtschaft der Region beitragen.






