Löwenzahn als heimische Alternative zu importiertem Kautschuk in Sicht
Mariechen Grein GrothLöwenzahn als heimische Alternative zu importiertem Kautschuk in Sicht
Löwenzahn könnte bald die Abhängigkeit von importiertem Kautschuk verringern
Die Züchtungsfirma Eskusa arbeitet gemeinsam mit Forschungspartnern daran, den Russischen Löwenzahn zu einer nachhaltigen Industriepflanze zu entwickeln. Das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte Projekt zielt darauf ab, Kautschuk für Reifen, medizinische Produkte und Haushaltswaren regional zu produzieren.
Im Mittelpunkt steht der Russische Löwenzahn (Taraxacum koksaghyz), eine robuste Pflanze, deren Wurzeln natürlichen Kautschuk enthalten. Seit 2012 fördert das BMEL die Züchtung und den Anbau ertragreicher Sorten. Aktuell liegen die Erträge bei etwa 150 Kilogramm Kautschuk pro Hektar – das Ziel sind jedoch 1.000 Kilogramm, genug für 500 Autoreifen, da ein 10-Kilogramm-Reifen rund zwei Kilogramm Naturkautschuk enthält.
Der Reifenhersteller Continental hat bereits Verfahren zur Gewinnung und Verarbeitung von Löwenzahn-Kautschuk entwickelt und erste Prototypen hergestellt. Rund 60 Hektar in Deutschland dienen derzeit als Versuchsanbauflächen. Bis 2026 will das Konsortium die Züchtungstechniken verfeinern und die Produktion hochfahren, um wirtschaftlich rentabel zu werden.
Bundesminister Alois Rainer begutachtete kürzlich den Fortschritt und betonte die Bedeutung von Kautschuk in Medizin, Industrie und Alltag. Die globale Nachfrage bleibt hoch: 2022 wurden weltweit 13,8 Millionen Tonnen Naturkautschuk produziert – hauptsächlich aus tropischen Bäumen in Thailand, Indonesien und Vietnam. Löwenzahn-Kautschuk könnte eine heimische Alternative bieten und die Importabhängigkeit verringern.
Das Projekt rückt näher an die praktische und nachhaltige Nutzung von Löwenzahn-Kautschuk heran. Mit weiteren Fortschritten in Züchtung und Verarbeitung könnte er einen erheblichen Teil des deutschen Kautschukbedarfs decken. Der nächste Meilenstein ist die angestrebte Ernte von 1.000 Kilogramm pro Hektar, die für eine großflächige Produktion entscheidend ist.






