Renaults "Super-Hybrid" soll die Reichweitenangst bei Elektroautos beenden
Hermann KreuselRenaults "Super-Hybrid" soll die Reichweitenangst bei Elektroautos beenden
Renault entwickelt einen "Super-Hybrid"-Antrieb, um die Reichweite seiner nächsten Generation von Elektrofahrzeugen zu erhöhen. Das System kombiniert einen kleinen Benzinmotor mit einem Elektromotor und soll Bedenken hinsichtlich der Ladeinfrastruktur und der begrenzten Batteriereichweite ausräumen. Dieser Schritt spiegelt die Strategie des Automobilherstellers wider, sich an die unterschiedlichen Marktanforderungen in Europa anzupassen.
In Südeuropa, insbesondere in Spanien, hat die Verbreitung von Elektrofahrzeugen in den letzten fünf Jahren zugenommen. Dennoch dominieren weiterhin Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor – rein batteriebetriebene Elektroautos machen in den meisten EU-Ländern weniger als 4 % der Verkäufe aus. Lücken im Ladenetz und Zuverlässigkeitsprobleme bremsen die weitere Akzeptanz, trotz Bemühungen, Schnellladestationen entlang der Autobahnen auszubauen.
Der neue Antrieb mit der Bezeichnung C15 verfügt über einen 1,5-Liter-Vierzylinder-Motor, der mit einem Generator und einem Wechselrichter gekoppelt ist. Das kompakte System, das sogar in einen Aktenkoffer passt, lässt sich sowohl vorne als auch hinten in einem Elektroauto einbauen. Anders als bei herkömmlichen Hybriden treibt der Verbrennungsmotor die Räder nicht direkt an, sondern lädt während der Fahrt die Batterie nach.
Renaults Produktchef Bruno Vanel erläuterte im Gespräch mit Autocar die strategische Neuausrichtung. Er verwies auf die zögerliche Nachfrage nach rein elektrischen Fahrzeugen in einigen Regionen und die anhaltende "Reichweitenangst" vieler Fahrer. Das Unternehmen strebt einen Ausgleich zwischen seinem Elektro-Fokus und flexiblen Lösungen an – etwa durch die Reichweitenverlängerer-Technologie von Horse, einem Joint Venture mit Geely.
Die neue Fahrzeugplattform, die 2028 auf den Markt kommt, wird die Basis für Renaults kompakte und mittelgroße Elektroautos bilden. Im Vergleich zur aktuellen CMF-EV-Architektur sollen die Produktionskosten um 40 % sinken. Das erste Modell auf dieser Plattform wird eine Serienversion des Konzeptfahrzeugs Emblème sein.
Renault plant nicht, ältere E-Auto-Modelle mit dem Hybrid-System nachzurüsten. Stattdessen wird die neue Plattform sowohl rein elektrische als auch reichweitenverlängerte Varianten unterstützen. In Märkten mit schlechter Ladeinfrastruktur könnte die Hybrid-Version Reichweiten von über 1.000 Kilometern ermöglichen und so den Übergang zur E-Mobilität erleichtern.
Unterdessen treibt Spanien den Ausbau von Ultra-Schnellladestationen entlang der Autobahnen voran. Dennoch bleiben Herausforderungen bestehen, darunter lückenhafte Netzabdeckung, unzuverlässige Verfügbarkeit und Verzögerungen bei Netzanbindungen. Branchenverbände wie der ACEA warnen, dass diese Probleme bei Verbrauchern Verunsicherung auslösen und die breitere Einführung von Elektrofahrzeugen bremsen.
Renaults Hybrid-Ansatz zielt auf Regionen ab, in denen die Ladeinfrastruktur hinterherhinkt. Die neue Plattform und der Antrieb sollen die Kosten senken und gleichzeitig eine größere Reichweite bieten – eine Brücke zwischen Verbrennern und Elektroautos. In Spanien und anderen südeuropäischen Märkten schreiten zwar Infrastrukturverbesserungen voran, doch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor dominieren weiterhin die Verkäufe.
Renault's Super-Hybrid roots traced to IAA Munich debut
The technology underpinning Renault's Super-Hybrid system was first showcased at the IAA in Munich in September 2025. Key developments include:
- Horse Powertrain, Renault's joint venture with Geely, introduced the range-extender system at the IAA.
- This hybrid solution forms the foundation for Renault's C15 Super-Hybrid technology announced in February 2026.






