Rekord-Pride in Cottbus: Zwischen Feierlaune und rechtsextremer Bedrohung

Cathrin Blümel
Cathrin Blümel
2 Min.
Eine große Gruppe von Menschen mit Fahnen und Schildern steht vor einem Gebäude, mit einem Mast im Vordergrund und Bäumen auf beiden Seiten, bei einer Gay Pride Parade in Berlin.Cathrin Blümel

Rekord-Pride in Cottbus: Zwischen Feierlaune und rechtsextremer Bedrohung

Cottbus verzeichnete am Samstag, dem 23. August 2025, die größte Pride-Parade seiner Geschichte

Rund 1.000 Menschen versammelten sich in Cottbus, um mit dem Christopher Street Day (CSD) den Abschluss der Pride-Saison in Ostdeutschland zu feiern. Doch die Stimmung war von wachsender Anspannung geprägt: Angriffe auf queere Räume und rechtsextreme Gegenproteste überschatten die Feierlichkeiten.

Der 17. Cottbusser CSD begann mit einer Demonstration, angeführt von der Dragqueen Miss Cherry Moonshine und einem Storch in roten Hosen, der Kondome verteilte. Die Teilnehmenden forderten mehr gesellschaftliche Akzeptanz und riefen die brandenburgische Landesregierung auf, die Mittel für den Aktionsplan Queeres Brandenburg von 224.000 auf 500.000 Euro zu erhöhen.

Noch vor dem Umzug war es zu Sachbeschädigungen gekommen: Am Freitagabend wurden Regenbogenflaggen auf dem Gelände der Organisator:innen zerstört. Nur eine Woche zuvor hatte es einen mutmaßlichen Brandanschlag auf das queere Zentrum Regenbogenkombinat gegeben. Diese Vorfälle reihten sich in eine Serie zunehmender Feindseligkeit ein – auf der Veranstaltung wiesen Redner:innen auf den Rückgang sicherer Räume für queere und linke Communities hin.

Etwa 200 Unterstützer:innen aus anderen Städten reisten an, um Solidarität zu zeigen. Doch die Organisator:innen hatten Schwierigkeiten, genug Freiwillige und Ordner:innen zu gewinnen – viele fürchteten Repressalien. Nach der Demonstration kam es zu vereinzelten verbalen Auseinandersetzungen, als Teilnehmende den Veranstaltungsort verließen; homophobe Parolen skandierten dabei Fans des FC Energie Cottbus.

Zwei rechtsextreme Gegenkundgebungen waren angemeldet, doch nur rund 90 Personen erschienen. Sie schlossen sich unter dem Motto "Unsere Stadt bleibt straight!" zu einer einzigen Demonstration zusammen. Die Geschichte des Cottbusser CSD spiegelt die größeren Herausforderungen wider: Noch bis 2022 gab es in der Stadt kein eigenes queeres Zentrum. Das Queere Zentrum Cottbus, das erst kürzlich eröffnet wurde, entstand nach einem Jahrzehnt zunehmender rechtsextremer Angriffe.

Obwohl die Parade als die bisher größte in Cottbus endete, bleiben Sorgen über wachsende Queerfeindlichkeit in der Region. Die Organisator:innen betonten die Dringlichkeit besserer Schutzmaßnahmen und höherer Fördergelder. Die Vorfälle vor und nach der Veranstaltung unterstreichen die anhaltenden Bedrohungen, denen die lokale LGBTQ+-Community ausgesetzt ist.

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