"Prozess gegen Deutschland": Wie ein Theaterstück die AfD-Zukunft hinterfragt

Mariechen Grein Groth
Mariechen Grein Groth
2 Min.
Eine Zeichnung einer Gruppe von Menschen in einer Gerichtssituation, die an einem mit Papieren übersäten Tisch sitzen, mit einem schwarzen Rand um die Ränder.Mariechen Grein Groth

"Prozess gegen Deutschland": Wie ein Theaterstück die AfD-Zukunft hinterfragt

"Prozess gegen Deutschland": Ein dreitägiges Spektakel stellt die Zukunft der AfD auf den Prüfstand

Bei einer ungewöhnlichen dreitägigen Veranstaltung mit dem Titel "Prozess gegen Deutschland" stand kürzlich die Zukunft der rechtspopulistischen AfD im Mittelpunkt der Debatte. Teilnehmer diskutierten, ob die Partei verboten werden sollte. Die insolite Inszenierung stammte vom Schweizer Regisseur Milo Rau, der dafür bekannt ist, reale juristische Auseinandersetzungen in öffentliches Theater zu verwandeln.

Typisch für Raus Stil waren auch diesmal keine Schauspieler, sondern echte Personen an der Diskussion beteiligt. Als Richterin fungierte Herta Däubler-Gmelin, Deutschlands ehemalige Bundesjustizministerin – eine Besetzung, die den Proceedings zusätzliches Gewicht verlieh. Ziel war es, die juristischen und ethischen Argumente für ein AfD-Verbot auszuloten.

Nicht alle blieben jedoch bis zum Ende dabei. Einige Teilnehmer zogen sich in letzter Minute zurück, da sie sich weigerten, mit Vertretern der extremen Rechten eine Bühne zu teilen. Dennoch wurde die Veranstaltung wie geplant durchgeführt.

Nach drei Tagen intensiver Debatten fällte eine siebenköpfige Jury ihr Urteil: Sie empfahl den Behörden, die Möglichkeit eines AfD-Verbots zu prüfen. Die Empfehlung hat zwar keine bindende Wirkung, hält die Diskussion aber am Leben.

Raus Arbeiten greifen häufig auf diese provokante Methode zurück, um gesellschaftliche Kontroversen auf die Bühne zu bringen. Frühere Projekte wie "Die Moskauer Prozesse" oder "Die Zürcher Prozesse" nutzten ähnliche Formate, um drängende Fragen öffentlich zu verhandeln. Seine jüngste Mitgestaltung des Wiener Festivals zur "Freien Republik Wien" unterstreicht sein anhaltendes Interesse daran, Kunst mit realer Politik zu verschränken.

Die Jury fordert zwar kein sofortiges Verbot, regt aber eine vertiefte Prüfung an. Die Veranstaltung selbst offenbarten tiefe Gräben im Umgang mit rechtsextremen Strömungen in Deutschland. Raus Ansatz sorgt dafür, dass die Debatte weit über die Theaterbühne hinaus fortgeführt wird.

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