Wie ein Duisburger sein Haus in einen Halloween-Freak-Zirkus verwandelt

Mariechen Grein Groth
Mariechen Grein Groth
2 Min.
Ein Skelett sitzt auf einem Stuhl neben zwei Kürbissen auf einer Veranda, umgeben von einem Blumentopf mit gelben Blumen, mit einer Wand und einem Glasfenster im Hintergrund.Mariechen Grein Groth

Warum lieben einige Halloween und andere hassen es - Wie ein Duisburger sein Haus in einen Halloween-Freak-Zirkus verwandelt

Jedes Jahr im Oktober verwandelt sich Sven Wagners Haus in Duisburg in eine alptraumhafte Attraktion. In diesem Jahr hat der Heizungs- und Klimatechniker daraus einen "Freak-Zirkus" gemacht – komplett mit einem Grusellabyrinth, Schreckdarstellern und 3D-Effekten. Für Wagner ist Halloween nicht einfach nur ein Feiertag, sondern der Höhepunkt des Jahres, der selbst Weihnachten in den Schatten stellt.

Wagners Leidenschaft für Halloween hat ihn zu einem der engagiertesten Enthusiasten Deutschlands gemacht. Seine jährliche Verwandlung des Hauses lockt Scharen von Besuchern an – allein für diesen Freitag sind bereits 653 Personen angemeldet. Die Gäste müssen sich im Voraus kostenlose Tickets online sichern, was zeigt, wie beliebt sein Spektakel inzwischen ist.

Halloween selbst hat sich seit den 1990er-Jahren von einem Nischenimport aus den USA zu einem festen Bestandteil der deutschen Feierkultur entwickelt. Vor allem in städtischen Gebieten und bei jüngeren Generationen ist es dank US-Filmen, Streamingdiensten und Werbeaktionen von Handelsketten wie REWE und dm längst angekommen. Partyhochburgen wie Köln ziehen mittlerweile Halloween-Touristen an, während ländliche Regionen und ältere Generationen oft skeptisch bleiben und an den traditionellen Bräuchen zu Allerheiligen festhalten.

Der Feiertag spaltet nach wie vor die Meinungen. Kritiker halten ihn für geschmacklosen Kommerz oder kulturelle Überfremdung, Befürworter sehen darin eine spielerische Auseinandersetzung mit Ängsten. Die Kirchen, einst zurückhaltend, zeigen sich mittlerweile neutral. Die Deutsche Bischofskonferenz hat keine offizielle Position, und die Evangelische Kirche in Deutschland betrachtet Halloween als eine fröhliche, kreative Tradition. Der Brauchtumsforscher Manfred Becker-Huberti argumentiert, dass sich Traditionen natürlich weiterentwickeln – Halloween sei daher nicht weniger deutsch als ältere Bräuche.

Für Wagner und seine Besucher liegt der Reiz auf der Hand: Halloween ermöglicht es den Menschen, für eine Nacht in die Rollen von Monstern, Geistern oder Schurken zu schlüpfen. Seine aufwendigen Inszenierungen beweisen, wie tief der Feiertag in manchen Teilen des Landes bereits verwurzelt ist.

Wagners "Freak-Zirkus" ist nur ein Beispiel dafür, wie Halloween sich in der deutschen Kultur einen Platz erobert hat. Die Beliebtheit der Veranstaltung zeigt die wachsende Akzeptanz – auch wenn die Debatten darüber weitergehen. Ob als Spaß oder Fremdkörper wahrgenommen: Der Einfluss des Festes – von Handel bis Tourismus – ist nicht mehr wegzudenken.

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